WALKER EVANS: LABOR ANONYMOUS

Herausgegeben von Thomas Zander, erschienen im Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln 2016.
Gebundene Ausgabe mit 164 Seiten und 117 Abbildungen.
Mit Texten von David Campany, Heinz Liesbrock und Jerry L. Thompson in englischer Sprache.

Walker Evans (1903-1975) ist einer der wichtigsten Fotografen des 20. Jahrhunderts und hat die zeitgenössische Kunst auch über die Grenzen seines Mediums hinaus bis heute maßgeblich beeinflusst. Bereits 1938 wurde Evans die erste Einzelausstellung für Fotografie im New Yorker MoMA zuteil, und er prägte besonders durch seine Bilder aus der Zeit der Großen Depression das Selbstbild Amerikas. Die Publikation Walker Evans: Labor Anonymous widmet sich erstmals eingehend einer Serie, die Evans 1946 unter demselben Titel in der Zeitschrift Fortune veröffentlichte. An einem Samstagnachmittag in Detroit positionierte sich Evans mit seiner Rolleiflex-Kamera auf dem Gehweg und lichtete die Passanten, meist Arbeiter, auf die für ihn typische klare und ungeschönte Art ab - eine Ästhetik die er selbst als „dokumentarischen Stil" beschrieb. Wie schon in früheren Serien, z.B. seinen berühmten Porträts aus der New Yorker U-Bahn, blieb Evans dabei oft unbemerkt, einige der Passanten blicken aber auch direkt in seine Kamera. Die Fotoreihe stellt weit mehr als eine simple Typologie dar und bietet kein vorgefertigtes Menschen- oder Klassenbild, sondern regt – nicht zuletzt durch die Ambiguität ihres Titels – zur kritischen Reflexion an. Die neue Publikation verankert die Serie in Evans' Œuvre und präsentiert eine Auswahl von über fünfzig Fotografien des Zyklus’, ergänzt durch Kontaktbögen, Entwürfe für einen unveröffentlichten Text, Notizen und Briefe sowie weiteres Material aus dem Walker Evans Archive am Metropolitan Museum of Art, New York.
Labor Anonymous
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